FelV & FIV

Was ist FelV?

Das FeLV der Katze entsteht durch das Feline Leukämievirus. Die Leukose dagegen ist Katzenleukämie (Tumore der weißen Blutzellen). Vereinfacht wird die Leukose allerdings umgangssprachlich FeLV genannt, obwohl es sich dabei um zwei verschiedene Erkrankungen handelt.

 

Allerdings vermehren sich bei FeLV die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) so massiv, dass man von einer krebsartigen Wucherung sprechen kann. Und dass macht eine Unterscheidung erstmal schwierig.

FelV
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Die Diagnostik/ Testmethoden:

 

Beim direkten Erregernachweis können mit der Virusisolierung FeLV-Partikel im Blut, Urin oder in Gewebsflüssigkeit nachgewiesen werden. Da diese Möglichkeiten allerdings recht aufwendig sind, greift man besser auf Tests zurück, die einen Antigen im Blut nachweisen, dem ELISA-Test.

 

Mittels des ELISA Test können die Antigene sicher im Blut nachgewiesen werden. Bei Verdacht und trotz erstem negativen Test,sollte nach sechs Wochen immer ein Kontroll-Test mittels ELISA durchgeführt werden! Ist der ELAISA-Test negativ, obwohl in der Katzengruppe weitere Tiere positiv getestet wurden, oder fällt das Ergebnis schwach positiv aus, wird im Anschluss die PCR, ein DNA-Test, empfohlen.

Erst wenn dieser auch positiv ist, gilt die Katze als eindeutig positiv.

 

Regressorkatzen:

Die FeLv-Infektion teilt sich in 4 Subtypen auf, die wir jetzt nicht näher beschreiben, Typ A ist für die Infektion verantwortlich. Die Viruserkrankung ist während der Ansteckungsphase selten heilbar, allerdings gibt es Ausnahmen! Das Virus wird meistens durch die Nase oder das Maul aufgenommen und es findet zuerst nur eine lokale Infektion statt. Das heißt, das Virus geht nicht in das Blut über. Katzen, die es schaffen das Virus in dieser Phase zu eliminieren, werden Regressorkatzen genannt. Diese Katzen besitzen große Mengen Antikörper und sind vor einer Neuansteckung geschützt. Ähnlich wie bei einer Impfung.

Bei diesen Katzen kann die Infektion nicht mittels ELISA-Test nachgewiesen werden!

Transient virämische Katzen:

Gelingt es dem Immunsystem nicht das Virus zu eliminieren, kommt es zu einer transienten Virämie und das Virus gelangt in die Blutbahn. Diese transiente Virämie dauert etwa 3-6, maximal 16 Wochen. Schafft es die Katzen in der Zeit eine effektive Immunantwort aufzubauen, können sie die Virämie beenden und das Virus vollständig aus dem Körper eliminieren!

Diese Katzen sind im Folgetest meistens negativ,sind allerdings sehr selten anzutreffen. Sie gelten dann auch als negativ, da das Viruskomplett aus dem Blut verschwindet. Aber es befindet sich eine kleine, virale Information im Rückenmark, die das Immunsystem erinnert, das da mal was war. Das heißt, es kommt zu einer latenten Infektion, die nicht durch ELISA feststellbar ist. Nur mittels PCR kann eine latente Infektion nachgewiesen werden. Diese Information im Rückenmark kann auch dazuführen, dass es durch Stress oder Krankheit in den ersten 1-2 Jahren nach der eigentlichen Infektion, zu einer erneuten Virusvermehrung und zu einem Ausbruch/Virämie kommen kann. Bei den meisten der latent infizierten Tieren geht die virale Information in einem Zeitraum von 2-4 Jahren verloren, wenn alle Virus-DNA-haltigen Zellen abgestorben sind. Nach diesem Zeitpunkt ist keine Gefahr der Reaktivierung mehr gegeben!

 

Persistierende Virämie:

Schafft es das Immunsystem nicht, in den ersten Wochen das Virus zu beenden, kommt es zu einer lebenslangen persistierenden Virämie.

Diese Katzen scheiden das Virus lebenslang aus und sterben meist innerhalb von 3-5 Jahren an den FeLV Folgekrankheiten.

Ansteckend durch jegliche Körperflüssigkeitenund durch direkten Kontakt

 

Die Ansteckung:

 

Die Infektion verläuft meistens direkt, also von Katze zu Katze über sämtliche Körperflüssigkeiten, durch Tröpfcheninfektion, wie Speichel, Blut und manchmal auch über Urin. Das Virus selbst hält sich nicht lange an der Außenluft/ Umgebung und haftet daher auch nicht auf Gegenständen oder Kleidung. Es reagiert sehr sensibel auf viruzide Desinfektionsmittel und es ist nicht auf andere Tierarten

oder Menschen übertragbar.

FeLV ist eine der gefährlichsten und heimtückischsten Infektionskrankheiten bei Katzen.

 

Krankheitsanzeichen:

 

  • unerklärlicher Gewichtsverlust

  • dauernde Abgeschlagenheit

  • Zahnfleischentzündungen

  • chronische Durchfälle · Blutarmut

  • Geschwollene Lymphknoten, besonders am Kiefer/Hals

 

Diese Störungen sind hauptsächlich dadurch bedingt, dass das Abwehrsystem der Katze durch die Infektion geschwächt wird.

Man kann die oben genannten Symptome als Hinweise nehmen, aber nur eine ausführliche Untersuchung und Diagnostik durch einen Tierarzt erhärten den Verdacht!

Die Impfung:

 

Jeder sollte sich eingehend über Nutzen und Risiken aufklären lassen! Die Impfung steht im Zusammenhang mit Fibrosarkomen (bösartige Tumore). Bei Impfempfehlungen weisen Tierärzte auf die Injektionsbereiche hin.

Die Impfung erfolgt im Abstand von 4 Wochen und kann ab der 8 Woche beginnen. Sie wird dann jährlich aufgefrischt. Eine Impfung sollte grundsätzlich erst nach einem negativ erfolgten Leukose-Test erfolgen! Es gibt keine Heilung dieser heimtückischen Krankheit, trotzdem können diese Katzen ein hohes Lebensalter erreichen, ohne an einem Ausbruch oder den Folgen dieser Krankheit zu sterben.

Diese Katzen müssen nicht ihr Leben lang isoliert gehalten werden, sie können sehr wohl mit einem ebenfalls positiven Kumpel vergesellschaftet werden. Transient virämische Katzen können mit geimpften Katzen zusammenleben. Eine Diagnose dieser Krankheit, wenn es der Katze gut geht, ist kein Todesurteil!

FIV

Was ist FIV?

 

FIV ist weder gefährlich noch ein Todesurteil für die betroffenen Katzen.


Um das Verständnis und die Aufklärung etwas zu erleichtern, sehen wir es als unsere Aufgabe, eine vernünftige Aufklärung zu diesem Thema zu leisten. Mittlerweile sind sehr viele Katzen von dieser Erkrankung betroffen. Oft stellt sich diese Diagnose als „Zufallsbefund“ heraus,

wenn die eigene Katze aufgrund anderer Umstände einem Tierarzt vorgestellt wurde und er eine Blutuntersuchung auf Viruserkrankungen durchgeführt hat.

 

In den meisten Tierheimen werden FIV und Leukose mittlerweile standardmäßig bei der Neuaufnahme der Katzen getestet. Dabei ist es sehr wichtig, dass dieser Test ("Western Blood Test") mittels einer Blutuntersuchung in einem Labor durchgeführt wird, da die Schnelltests keine sichere - und damit auch keine zuverlässige - Aussagekraft haben!

 

Bei FIV/Katzenaids handelt es sich um das Feline Immundefizienz-Virus, welches bei den betroffenen Tieren zu einer geschwächten Immunabwehr führt. Eine FIV-Infektion ist ähnlich wie beim Menschen die HIV-Infektion und ist nicht heilbar. Die Ansteckung wird hauptsächlich durch Bissverletzungen übertragen, aber auch beim Geschlechtsakt (z.B. Nackenbiss bei der Paarung) können sich die Tiere gegenseitig infizieren. Bei Bissverletzungen wird der Virus über den Speichel in die Blutbahn übertragen. Das Virus kann aber auch bei der Geburt oder durch die Muttermilch von infizierten Kätzinnen auf ihre Welpen übertragen werden.

FIV schwächt das Immunsystem der betroffenen Katzen. Das Virus selbst zeigt keine Symptome, allerdings haben durch diese Immunschwäche andere Erkrankungen leichteres Spiel und oft verlaufen sie dann deutlich schwerwiegender und die Genesungszeit verlängert sich entsprechend. Der Verlauf dieser Immunschwäche kann Jahre dauern und manche Katzen bleiben bis ins hohe Alter völlig gesund, obwohl sie FIV positiv sind.

FIV- positive Katzen sollten also genauso behandelt werden - auch tierärztlich - wie gesunde Tiere! Oftmals bekommt man den Eindruck, dass Tierärzte sich bei einer positiven Katze nicht mehr bemühen wollen und manche raten sogar viel zu schnell zum Einschläfern. Dabei kann und soll eine FIV positive Katze genauso medizinisch versorgt werden und hat ein Recht auf Leben, wie alle anderen Katzen auch! Behandlungen können länger dauern, aber auch sie werden in der Regel wieder gesund. Es ist auch nicht nötig, sie mit Medikamenten „zu stärken“, da es im Grunde keine Medikamente gibt, die nachweislich das Immunsystem puschen. Es gibt aber sicherlich alternative Methoden, um das Immunsystem auf natürliche Weise zu unterstützen.

 

Katzen, die sich nachweislich mit dem FIV-Virus infiziert haben, sollten unbedingt geschützt werden. Das heißt, dass Freigänger nach Möglichkeit keinen ungesicherten Freigang mehr haben sollten. Grundsätzlich sollte jeder gewissenhafte Katzenhalter, der weiß, dass seine Katze FIV-positiv ist, seine und andere Katzen schützen. Es geht dabei nicht nur darum, sein eigenes Tier vor anderen Erkrankungen zu schützen, sondern auch eine Ansteckung auf andere Katzen zu vermeiden. Natürlich weiß keiner genau, wie viele Katzen in der Umgebung tatsächlich positiv sind, trotzdem muss man dann „Schadensbegrenzung“ betreiben und nicht billigend in Kauf nehmen, dass sich weitere Tiere anstecken. In Deutschland leben ca. 2 Millionen Straßenkatzen, und diese Tiere haben kaum eine bis gar keine Chance, Hilfe zu bekommen, wenn sie krank werden. Sie sterben meistens jämmerlich, auch an Viruserkrankungen, und selten kommen sie in Tierschutzhände, die ihnen dann versuchen zu helfen.

Für richtige Freigänger kann es aber zu einer regelrechten Qual werden, keinen Freigang mehr haben zu können, aber auch hier können Lösungen geschaffen werden. Es gibt Möglichkeiten, Gärten ausbruchssicher zu gestalten, Terrassen und Balkone zu vernetzen oder katzengerechte Gehege zu bauen, die ihnen dann wenigstens annähernd ein Draußenleben ermöglichen.Erkrankten Katzen, denen es allgemein nicht gut geht, sollten dann sowieso keinen Freigang mehr bekommen. Denn so kann man nicht beurteilen, wie es ihnen geht oder wie sie sich fühlen. Unnötiger Stress, der auch durch Hausarrest entstehen kann, ist zu vermeiden. Es sollte daher immer eine vernünftige Lösung für das Tier angestrebt werden.

 

Da es keine Impfung gegen FIV gibt, hilft im Grunde nur die Kastration, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Kastrierte Katzen neigen wesentlich weniger zu Revierkämpfen und auch die Ansteckung bei einem Deckakt entfällt völlig.

FIV-positive Tiere müssen nach ihrer Diagnose weder von den eigenen Katzen getrennt werden, noch müssen sie isoliert oder in Einzelhaltung leben. Da das Virus in der normalen Umgebung nicht lange überlebt, ist es bei gut sozialisierten und friedlichen Katzen unwahrscheinlich, dass sie sich gegenseitig infizieren.

Eine Übertragung durch Speichel, zum Beispiel durch den Futter- oder Wassernapf, ist genauso unwahrscheinlich wie durch die gemeinsame Katzentoilette. Verträgliche Tier kämpfen in der Regel nicht, und wenn sie toben oder sich mal hauen, verläuft dies meistens unblutig.

 

Eine Übertragung ist daher auch fast völlig ausgeschlossen. Wie ihr seht, hört sich FIV oder Katzenaids im ersten Moment immer schlimm an. Alleine das Wort "AIDS" hat sich in die Köpfe der Menschen festgebrannt und sorgt immer wieder für Ängste. Dabei muss man eine Erkrankung erst einmal kennen lernen, um sie zu verstehen und damit umgehen zu können.

 

Weder Menschen noch Katzen sind durch so eine Erkrankung gefährlich, sondern sie haben genauso ein Recht auf Würde wie gesunde auch. In vielen Tierheimen sitzen FIV-positive Tiere, oft bis zu ihrem letzten Lebenstag. Dabei haben sie genauso ein eigenes Zuhause und eine eigene Familie verdient wie alle anderen auch. Wir wünschen uns, dass viel mehr Menschen besser aufgeklärt werden und diese Katzen damit auch ihre große Chance auf ein eigenes Zuhause bekommen.
 

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Quelle:

Autor: S Imone Becker

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