Beauty

Name: Beauty aka Fräulein Rührmichnichtan

Geburtsdatum: 7.1.2019, Bulgarien

Adoptiert am: 15.7.2020

Rasse: Border-Dackel

Geschwister: Adele (adoptiert), Püppi (adoptiert) und Bella (noch in Bulgarien)

Eigenschaften: stur, eigensinnig, neugierig, seeeehr misstrauisch, Langschläfer, Futter-Zicke, extreme Angst vor Berührung, wilde Hummel


Hallo! Ich bin Beauty! 

Ich war bereits 1 ½ Jahre alt, als ich von meiner Familie adoptiert wurde. Bis dahin hatte ich fast mein ganzes Leben im Zwinger bei Tante Stilly verbracht. Sie hatte mich und meine 3 Schwestern in einem Zementwerk unter einem Wohnwagen gefunden. Wir waren alle recht ängstlich. Offensichtlich haben wir die Angst schon von unserer Mami im Bauch gelernt. Leider hatte in Bulgarien niemand richtig Zeit, sich mit uns so zu beschäftigen, wie wir es gebraucht hätten, weswegen wir kaum menschlichen Bezug hatten und auch das kleine Welpen-1x1 nicht gelernt haben. Ich bin im Zwinger immer nur von einer Ecke in die andere geschlichen. Ab und zu haben sie mich eingefangen, aber das war immer mit schlechten Erlebnissen (zB Tierarzt) verbunden. 2 Wochen vor meiner Abreise aus Bulgarien wurde ich noch kastriert, dann konnte es endlich los gehen.

Nach über 24 Stunden im Trapo bin ich dann endlich angekommen und durfte als erste aussteigen. Naja, eigentlich wurde mein Käfig ins Auto von Mami und Papi umgeladen, denn es ist eingetreten, wovor Mami die meiste Angst hatte: ich habe mich strikt geweigert, mir ein Halsband anlegen zu lassen. 

Am Heimweg hab ich dann nochmal ordentlich in den Käfig gepullert und gekackt – ich hatte sooo große Angst. Zu Hause angekommen hab ich mich dann gleich hinter dem Sofa versteckt – Stilly hatte ja Mami davor gewarnt, dass ich mich möglicherweise die ersten Tage oder sogar Wochen verstecken würde. Ich habe gestunken wie die Pest, Mami musste die ersten Tage immer das Fenster geöffnet lassen. Nach einigen Tagen hab ich aber selbst mit der Körperpflege angefangen. 

Mami ist zu mir ins Wohnzimmer auf die Couch gezogen. Die erste Nacht habe ich vor Erschöpfung tief und fest geschlafen, aber in den nächsten Wochen war in der Nacht kaum an Schlaf zu denken, denn während Mami tagsüber gearbeitet hat, habe ich geschlafen. Und als Mami dann schlafen wollte, bin ich wach geworden. Ich habe mich nur nachts raus getraut, habe nur nachts getrunken, das Futter wurde mir hinter den Fernseher (wo ich die ersten Tage verbracht habe) serviert - und auch mit Pipi und Haufi habe ich gewartet, bis Mami und Papi im Bett waren und das Licht aus war. Mami hat mir dazu im Vorzimmer eine wasserundurchlässige Decke aufgelegt und ist dann immer tunken gekommen, raus konnte ich ja nicht, da kein Halsband und kein Geschirr an meinen Luxuskörper zu bekommen war – und das ist bis heute noch so. Mittlerweile sind wir auf Puppy Training Pads (Inkontinenz-Auflagen für Hunde) umgestiegen – das hat vom ersten Tag an super geklappt. Ich hab nicht ein einziges Mal irgendwo anders mein Geschäftchen verrichtet. 

Ich bin fürchterlich neugierig, daher ist alles für mich interessant. Haushaltsgeräusche haben mich nie gestört, nur der Staubsauger ist mir nicht ganz geheuer… und fremde Stimmen oder (Auto)Türen knallen, das mach ich gar nicht, das wird alles umgehend gemeldet.

Allein bleiben war nie ein Problem für mich, Mami arbeitet zwar seit Corona von zu Hause und ist eigentlich immer da, aber selbst wenn sie mal weg muss und ich alleine bin, das ist mir am allerliebsten, denn dann fühle ich mich ganz sicher und schlafe brav.

Mein Bettchen habe ich erst nach einigen Wochen ausprobiert, war viiiel besser als der harte Parkettboden. Den Donut, den Mami mir gekauft hat, hatte ich allerdings zum Fressen gern, den hab ich gleich mal zerlegt – da war so schön viel weißes Zeugs drin… Zu spielen habe ich erst nach Wochen gelernt – und auch das nur nachts. Vor Bällen habe ich bis heute Angst. 

Ab und zu kommt bei uns eine schnurrende Fellnase vorbei, die gehört nicht uns, ist aber die meiste Zeit bei uns – und die hab ich total lieb! Die riecht so gut und ich möchte so gerne mit der spielen, aber sie rümpft meistens die Nase und geht wieder, weil ich so ungestüm bin. Mami und Papi kuscheln dann immer mit ihr, das macht mich schon ein bisschen eifersüchtig, aber ich trau mich dann doch nicht, dass sie das auch mit mir machen.

Leckerlis kannte ich anfangs überhaupt nicht, Papi hat aber immer ganz leckere Teilchen mitgebracht, heute sind mir getrocknete Fleischfilets am liebsten – Mami schneidet die in ganz kleine Teile, so kann sie mich immer wieder damit locken. Mittlerweile mag ich auch die Bestechungsleckerlis, die der Onkel von der Post mitbringt, den verbelle ich nämlich immer ganz doll (so wie alle anderen „Eindringlinge“). Beim Futter war/bin ich seeehr wählerisch – man merkt, dass ich nie Hunger leiden musste. Trockenfutter – igitt, nein danke, da hätte ich ja gleich in Bulgarien bleiben können! Reis und Gemüse? Wurgs, neeee! Hühnerherzen und -mägen, frisch gebraten – jaaaa, dafür sterbe ich – oder Straußenfleisch, das bekommt Mami von einem Bauern in der Nähe! Nur, das gibt’s leider nicht jeden Tag, aber das Nassfutter ist auch super! Mit ganzen Fleischstücken – und da sind auch manchmal Geflügelherzen drin! Schmatz! Allerdings lasse ich mich zum Fressen immer bitten – manchmal hat Mami das auch wieder weggeräumt, weil ich sooo lange Zeit gelassen habe. Oft warte ich 1, 2 Stunden, bis ich mich dann mal in die Küche bequeme. Und dann wird gaaanz gemütlich geschmatzt, ich hab’s nicht eilig!

Irgendwann gab’s dann im letzten Sommer mal ein Gewitter – und dann kam Silvester… stört mich überhaupt nicht, das verschlafe ich einfach, während sich der Kater in den Keller verzieht – Memme!

Obwohl Papi immer ganz lieb zu mir ist, hab ich mit ihm, wie die meisten meiner Kumpels aus dem Tierschutz, ein kleines Problem. Der ist so groß und hat so eine laute, tiefe Stimme, das erinnert mich immer daran, wie mich die Männer eingefangen haben. Außerdem ist er nicht so viel da wie Mami und beschäftigt sich auch nicht so viel mit mir. Mami ist halt doch 24/7 bei mir – und sie macht die Futterdosen auf!

Da ich mich bis heute nicht anfassen lasse (ich zucke dann zusammen, als würde jemand heißes Wasser über mich schütten), auch nicht von Mami und Papi, habe ich noch immer kein Halsband am Körper, obwohl mir Mami so schöne gekauft hat, und setze keine Pfote vor die Haustüre. Aber Mami hat von Anfang an gesagt, ich bekomme alle Zeit, die ich brauche – und die nehme ich mir auch! Ich laufe mittlerweile hinter Mami her, suche sie, wenn sie mal zum Müll geht, spiele mir ihr (was ich halt so unter „spielen“ verstehe) und beobachte Mami und Papi von der Terrassentüre aus im Garten, Ich wedle und belle, fiepse und kann meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Ich fresse Mami aus der Hand. Ich bin an allem interessiert und extrem neugierig. Allerdings laufe ich nicht die Treppen nach oben oder in den Keller, das ist mir noch immer suspekt. Daher schläft Mami noch immer bei mir im Wohnzimmer, allerdings ist sie nach 11 Monaten auf der Couch nun auf eine Matratze zu mir auf den Boden übersiedelt (die Couch habe ich vor einigen Tagen erobert, die gehört jetzt mir). Abends liege ich dann bei ihr und lasse mich mit Leckerlis füttern, manchmal schlafe ich auch bei ihr – mit Abstand, versteht sich!

Glücklicherweise bin ich sehr gesund, der Giardien-Befall auf meinem Transport ist zum Glück an mir vorbei gegangen, einzig, meine Krallen sind zu lang, daher kaue ich manchmal an den Nägeln – und meine Haare hätten mal eine Bürste notwendig – aber das lasse ich (noch) nicht zu. Mami hat mehrere Tierärzte und Hundefrisöre in unserer Gegend kontaktiert, aber wegen Corona kommen die alle nicht nach Hause – und ein Beruhigungsmittel rückt auch keiner raus. Die verstehen das alle nicht, dass es Tiere wie mich gibt, die sich einfach nicht anfassen lassen – „kommen sie mit dem Tier vorbei, wir schauen mal, was wir machen können“ – äh, welchen Teil von „lässt sich nicht anfassen“ haben die alle nicht verstanden!? Eine Tante Tierarzt war mal da, die hat sich zu mir gesetzt – ich gleich lautstark protestierend auf und davon. Die wollte dann jede Woche mal vorbeikommen, damit ich mich an sie gewöhne – und ward nie mehr gesehen. Ach ja, anfangs bekam ich von Mami CBD-Tropfen ins Futter gemischt, mittlerweile bekomme ich jeden Tag ein pflanzliches Mittel, das mir helfen soll. Da ich das immer aus dem Futter raus sortiert habe, packt Mami die Tablette jetzt in Pastete. Die ersten beiden Stückchen lasse ich vor mich hinlegen (man weiß ja nie, was man da vorgesetzt bekommt), den Rest nehme dann ich aus der Hand.

Mittlerweile interessiere ich mich auch für die Welt draußen, ich liebe es, in der Haustüre zu sitzen und in die frische Luft zu schnüffeln, da gibt’s soooo viel zu riechen! Aber mehr als eine Pfote habe ich noch nicht über die Schwelle gesetzt. 

Papi hat im Haus 2 Webcams installiert, so können mich Mami und Papi immer beobachten. Ich bin sozusagen ein Webcam-Girl!

Mami und Papi haben seeeehr viel Geduld, wenn es auch manchmal ziemlich frustrierend ist, dass ich mich nicht anfassen lasse, da muss dann immer die Katze zum Kuscheln herhalten…

Mittlerweile bin ich jetzt seit etwas mehr als 13 Monaten bei meiner Familie und ich bin unendlich dankbar, dass ich es so gut getroffen habe. Nicht jeder würde mir so viel Zeit geben, aber Mami sagt immer, dass ich es verdient habe, weil ich sooo lieb bin, und irgendwann werde ich dann ganz von selbst kommen – hoffentlich!

Meine Geschichte ist jetzt doch etwas lang geworden – und es gäbe noch viel mehr zu schreiben, aber ich will Euch nicht langweilen mit den vielen Details. Wer gerne mehr über mich erfahren möchte, kann gerne mein Tagebuch lesen: 



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In diesem Sinne: Wir machen weiter, in guten wie in schlechten Zeiten – WIR SCHAFFEN DAS!

Danke für Eure Aufmerksamkeit, Eure Beauty